Unsere längerfristigen Ziele sind,
1. in der Öffentlichkeit zu erreichen, daß wir von anderen Menschen, auch
Professionellen, nicht als psychisch kranke Personen betrachtet werden.
In unserer Medienarbeit wollen wir uns als "normale" Frauen darstellen,
einfach als die Frau von nebenan.
Es soll publiziert werden, daß die Geschlechterdefinition nicht
ausschließlich über die äußerlich sichtbaren Genitalien signifikant
definiert wird.
Die Geschlechterzugehörigkeit sollte sich hauptsächlich nach dem gefühlten
Geschlecht richten, da dieses als ersteres im Fötus festgelegt wurde.
2. Diese Tagung soll dazu dienen, die mangelnde Gesundheitsprophylaxe zu
optimieren. Indem auf der Tagung Informationen unter uns Frauen und mit sog.
Professionellen ausgetauscht und diskutiert werden. Dazu sollen neben
unseren eigenen kleinen Forschungen nach Möglichkeit auch kleine Projekte
initiiert werden.
3. Stärkung des Selbstbewußtseins und Selbstverständnisses als Frauen und
Lesben.
Haltung zur aktuellen medizinischen Lehrmeinung:
Unter dem Einfluß der Psychoanalyse eignete sich die Psychiatrie uns an. Der
Medizinbetrieb hat sich darauf eingelassen und sich damit arrangiert.
Unbewiesene Dogmen oktroyierten uns ihre Sichtweise und einen Weg auf, der
uns zum gefälligen Mitspielen zwang. Anders als andere Personen mit
körperlichen Problemen mußten wir uns psychisch durchleuchten lassen, bevor
wir dank den Mitteln der somatischer Medizin mit uns und in der Gesellschaft
menschenwürdig leben zu können. Nach der Operation hat die Psychiatrie zwar
zum Glück nicht mehr solch Interesse an uns, aber die Weiterbehandlung durch
niedergelassene Gynäkologinnen beruht eher auf Mutmaßungen oder Hörensagen
als auf ermittelbaren Notwendigkeiten, nicht zuletzt dank unserer vom System
für psychiatrisch erklärten Vorgeschichte. Daran hat sich noch nicht viel
geändert, obwohl neuere Forschungen eine körperlich manifeste angeborene
Verursachung immer plausibler erscheinen läßt.
Konsequenz für das Leben mit dieser Diagnose:
Wir mußten jahrelang in der männlichen Rolle leben und wurden mit teils sehr
viel Druck versucht in diese Rolle gedrückt zu werden. Dies wurde nie
erreicht, dafür verursachten sie viel Leiden.
Da wir unbedingt unsere notwendige somatische Behandlung haben wollen,
bemühen sich alle um möglichst effiziente Strategien zur Bewältigung des
aufgenötigten Begutachtungsmarathons. Die Selbsthilfegruppen haben an der
Optimierung dieser Strategien einen erheblichen Anteil.