ErstaufführungFilmtitelDauerVerleih
1968Justine ovvero le disavventure della virtù95'
13.06.1969Marquis de Sade: Justine90'Constantin
La disaventura della virtù
Justine [TV]90'
Les infortunes de la vertu?95'
Justine And Juliet
Justine [Video]119'Video Unlimited
Deadly Sanctuary [Video]90'Montery Home Video

Produktion: Corona / Aica

Drehbuch: Arpad de Riso und Erich Kröhnke nach Romanen des Marquis de Sade, hauptsächlich Justine
Regie: Jesus Franco [= Jésus Franco Manera]
Kamera: Manuel Merino. - [Farbe]

Darsteller: Klaus Kinski (Marquis de Sade), Romina Power (Justine), Maria Rohm (Juliette), Horst Frank (Baron), Sylva Koscina (Marquise), Mercedes McCambridge (Mörderin), Harald Leipnitz (Maler), Howard Vernon, Jack Palance (Erzähler), Akim Tamiroff, Rosemary Dexter (Claudine), Jess Franco (Vaudevillien)

Schnitt:
Musik: Bruno Nicolai
Drehzeit: 1968, Klaus Kinski dreht seine Rolle in vier Stunden ab
Drehort: Barcelona (Spanien)
Freigabe: 18 (Deutschland)

Entstehungsgeschichte: Die Filmfassung von Marquis de Sades Roman Justine, ergänzt mit einigen Versatzstücken aus anderen seiner Romane. Anders als man vermuten könnte, handelt es sich dabei um eine eher zahme Geschichte, an der auch die Fernsehzensur bisher nichtsauszusetzen hatte.
Klaus Kinski spielt im Film den eingekerkerten Marquis de Sade - allerdings ist seine Rolle auf einige wenige Szenen begrenzt und er hat keinen Sprechtext. Über den Regisseur und seinen Film äusserte er sich später:
Weiter im Film zu sehen - wie bei Franco nicht anders zu erwarten - sind hübsche Mädchen, Mörderinnen, eine Verbrennungsszene, Bondage, Nadelspiele, ein diebischer Priester, Huren, Liebe, Hass, Brüste. Erwähnenswert allenfalls die barbusige Sylvana Koscina (Battle Of Neretva) als Marquise sowie die andauernd nackte Rosemary Dexter als Mörderin und Hure Claudine. Zu den weiteren Darstellern gehören Jack Palance als Pastor der Kirche der Schmerzen ("das allereigensüchtigste Vergnügen") sowie Mercedes McCambridge als lesbische Mörderin. In den Augen der Kritik gilt der Film als zusammengeflickte Schnulze mit unreflektiert nihilistischem Weltbild, das Publikum schätzt den Unterhaltungswert dieses wenig ernstzunehmenden Werks.
Achtung: Dieser Film ist nicht zu verwechseln mit Jesús Francos Film Justine (1979), einer neu geschnittenen Fassung seines Films La Coccolona (1975).

Inhalt: 1787: Donatien Alphonse François Marquis de Sade sitzt in der Bastille im Kerker und bringt wie im Fieber seine Phantasien über das Gute und das Böse zu Papier. Dabei wird er von geisterhfaten Bildern angeketteter Frauen bestürmt. In seiner Geschichte zeigt sich sehr schnell, dass nur derjenige es zu etwas bringt, der skrupellos durchs Leben und notfalls auch über Leichen geht. Die beiden verwaisten Schwestern Justine (Romina Power) und Juliette (Maria Rohm) müssen den Konvent verlassen, weil das Geld ihrer verstorbenen Eltern aufgebraucht ist. Während Juliette es über die Station des Freudenmädchens immerhin zur Freundin eines Ministers bringt, in Adelskreise einzieht und durch blutige Verbrechen zu Macht, Einfluss und Reichtum gelangt, fällt die ehrbare Justine, die sich bemüht, ein gottgerechtes Leben zu führen, dem Bösen in die Hände: In den perversen Klauen der Angehörigen der "Gesellschaft der Freunde des Verbrechens", wo man sie missbraucht und erniedrigt, bis Juliette ihr zu Hilfe eilt und einem Manne zuführt, der ihrer bedarf.




Der Marquis de Sade (Klaus Kinski) schreibt im Gefängnis





Zwei Objekte seiner Phantasie. Rechts Justine (Romina Power).


Kritik
  • Der Film ist viel zu verquält und spekulativ, um etwas über eine Welt auszusagen, in der freilich nicht die Tugend immer die Oberhand behält. [G. P. In: Filmdienst]
  • Ein Publikum, das erwartet, bei einer De Sade-Verfilmung würden nun wirklich alle zur Verfügung stehenden Register gezogen, wird in der Tat enttäuscht sein. Nur gelten die Bedenken vor der letzten Radikalität eben nicht allein im Blick auf die "sadistischen" Details der Vorlage, sondern auch im Blick auf die Konsequenz: einem möglichst breiten Zuschauerkreis zuliebe, hat man die Details gemildert, die Konsequenz verwässert. [Lbv. In: Filmbeobachter]
  • Franco ist offen gesagt ein sehr schlechter Regisseur, und Justine ist dementsprechend kein bisschen besser als seine bisherigen Filme. Zu loben wäre höchstens Kinskis schauspielerische Leistung. [Philippe Setbon: Klaus Kinski - seine Filme, sein Leben]
  • Ein Film der Firma Schnellschuss & Schundig - von schwerfälliger Hand inszeniert, von Untalenten gespielt, und von Analphabeten geschrieben. [Ronald M. Jahn: Das Heyne Lexikon des erotischen Films]



    Klaus Kinski 1926-1991 | E-Mail (c) Michael 1998-1999
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